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"Die Seele des Allgäus"

So ein mancher wird sich fragen:
"Wo fängt eigentlich das Allgäu an .... und wo hört es auf?"
"Do, wo d`Küah scheaner sind als wia d' Mädla !?"
Das stimmt wohl heute nicht mehr so ganz - es gibt hier wirklich hübsche Mädchen! Dennoch: Die braunen Allgäuer Kühe haben wunderschöne Augen und ein bemerkenswert sanftes Gesicht mit einer peppigen Frisur !

Eine schwierige Sache also!

Fragen Sie einen Allgäuer aus Immenstadt, so wird allenfalls noch Kempten als Grenze akzeptiert. Für einen Oberstdorfer beginnt das Unterland schon bei Sonthofen. Das ist für den Ostallgäuer alles, was hinter Kaufbeuren kommt. Insofern gibt es da viele Blickwinkel und auch Differenzen. Auf jeden Fall wechselt der Dialekt fast schon von Dorf zu Dorf und je näher man zu den Bergen kommt, umso unverständlicher wirkt er. Besonders im Westallgäu, wo 3 Sprachen ineinander verschmelzen: Der Allgäuer Dialekt gewürzt und 3 x geschüttelt mit den Vorarlberger und Schweizer Dialekten .... wo die Mädchen als "Sputteln" und die Buben als "Koga" bezeichnet werden und man ist nicht irgendwo "gewesen", sondern man ist "do gsieh".

Geographisch gesehen teilt sich das Allgäu in die Landkreise Oberallgäu (Oberstaufen, Sonthofen, Kempten...) und Ostallgäu (Füssen, Marktoberdorf, Kaufbeuren...), in das Unterallgäu (Memmingen, Mindelheim...) und das Westallgäu (Lindenberg, Scheidegg, Lindau...), aber auch württembergisches Allgäu und nördliches und südliches Oberschwaben, denn nur ein bornierter Allgäuer klammert sich an die bayerische Grenze! Man könnte auch sagen, daß überall da, wo man die Allgäuer Berge sieht, auch Allgäu ist. Ich denke aber, der "Allgäuer" steckt in jeder einzelnen Seele, die sich eben als ein solcher fühlt !

Die früher so arme Region war und ist nie ein oberbayerisches Bauernland mit stolzen, großen Gehöften, Lüftelmalereien und verspieltem Schnitzwerk und auch heute noch gepflegten Traditionen. Im Gegenteil: Die Bauernhöfe sind schlicht und zweckmäßig; zahlreiche Allgäuer sind ausgewandert, zahllose Wahlallgäuer zuge- wandert. Das Allgäu war und ist eine unruhige Region, fast schon ein Schmelz- tiegel. Der Austausch war jedoch kein Nachteil, sondern er hat die Region belebt.

Ich selbst habe fast 24 Jahre "im oberbayerischen Exil" gelebt, aber in meiner Seele habe ich mich immer als "Allgäuer" gefühlt und war mit einem gewissen Stolz "ein Allgäuer zu sein" erfüllt. Auch den Dialekt wird man nie so ganz los, vor allem das "sch" nicht! Aber das ist auch schön so!

Ich möchte Ihnen heute aber auch von einem ganz anderen Allgäu erzählen, von dem "gefühlten" Allgäu, von seiner Seele. Denn es liegt ein ganz besonderer Zauber über dieser Landschaft, eine gewisse Schlichtheit, die eine reine, klare, geradlinige Seele offenbart. Und genauso, wie sich diese Landschaft präsentiert, fühle ich mich auch in meinem ganz persönlichen Inneren. Ich würde sagen: Ich habe meine Wurzeln wiedergefunden! Ich selbst liebe das Ostallgäu, denn es hat seinen besonderen Reiz - gerade in seiner Distanz zu den Bergen. Und wenn ich auf sie zufahre, dann gibt es immer wieder neue wunderbare, überwältigende Ausblicke und das Herz geht mir weit auf. Hier ist alles viel schlichter und das Leben viel lang- samer, als in den reichen Touristikregionen und das ist gerade das, was ich mag.

Es gibt tagtäglich neue wunderbare Stimmungen dieser Landschaft zu erleben. Fast keinen Tag, an dem ich sagen würde "Heit war's aber echt greißlich"! Durch den Fön haben wir die meisten Sonnentage in der ganzen BRD. Die Berge oft zum Greifen nah, mal umspielt von den gewagtesten Wolkenstimmungen, mal als Hintergrund zu dem azurblauen, endlosen, unbewölkten Himmel. Auch Abendstimmungen, die mich schon öfter erahnen ließen, daß über allem eine besondere Mystik, ein Zauber liegt, den man greifbar spüren kann und so würde es mich manchmal nicht wundern, daß am Waldrand, bevor die Sonne ganz versinkt, Feen und Elfen und andere Wesen ihren ganz besonderen Tanz aufführen und mir zuwinken, wenn ich dran vorbeispaziere. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt....!

Insofern bin ich froh und dankbar, daß ich wieder hier leben darf und den Münchner Norden mit seinen Negativeinrichtungen, seiner Hektik und schier endlosen Autobahnnetzen und Staus wieder verlassen konnte - mit einem lachenden und einem weinenden Auge - denn "Heimat" ist überall dort, wo man nette Menschen trifft und überall kann es auch schön sein, wenn mans nur zuläßt und sieht - auch für eine echte Allgäuerin! Und so denke ich gerne an meine lieben Freunde aus Moosburg und Freising und die wunderschönen Stimmungen an der Isar und in den Amperauen.


MÄHLICH DURCHBRECHENDE SONNE

Schönes, grünes weiches Gras.
Drin liege ich.
Mitten zwischen Butterblumen!
Über mir
warm
der Himmel:
ein
weites, zitterndes Weiß,
das mir die Augen langsam, ganz
langsam
schließt.
Wehende Luft, ...ein zartes
Summen.
Nun bin ich fern
von jeder Welt,
ein sanftes Rot erfüllt mich ganz,
und deutlich spür ich,
wie die Sonne mir
durchs Blut rinnt -
minutenlang.
Versunken alles. Nur noch ich.
S e l i g .

Arno Holz (1863 - 1929)

In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn Sie einmal bei mir Einkehr halten und ich Sie durch meine schöne Heimat geleiten kann. Wenn ich Ihnen all die kleinen und großen Schätze zeigen darf und Sie wieder begeistern kann für die Natur, die sie hier und danach auch in Ihrer Heimat wieder entdecken und finden werden.

Ich freue mich auf Sie!
Ihre Elfi Seifert

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